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Plötzlich sprachlos...

... so heißt nicht nur das Motto des diesjährigen Tages der Logopädie am 06.März, sondern leider geht es vielen Menschen nach einem Schlaganfall, einem Verkehrs- oder Sportunfall oder anderen schweren Kopfverletzungen so. Sie können von heute auf morgen nicht mehr reden, sprechen undeutlich oder äußern Wörter, die sie gar nicht sagen wollten, verstehen ihre Gesprächspartner nicht oder haben andere neurologisch bedingte Sprach- oder Sprechstörungen. Im Fachjargon heißen diese Kommunikationsstörungen Aphasie, Dysarthrie und Sprechapraxie.

Bei einer Aphasie handelt es sich um eine Sprachstörung, die für die Betroffenen dafür sorgt, dass sie ihre Sprache teilweise oder ganz verlieren. Sie haben oft Wortfindungsstörungen, nutzen falsche grammatische Strukturen oder verstehen ihr Gegenüber schlecht bzw. falsch, obwohl sie keine Hörstörung haben. Im Extremfall (Globale Aphasie) können die Betroffenen gar nichts mehr oder nur noch Automatismen (z.B. Autoauto; jajaja) oder Floskeln (z.B. ja, kann ich doch; das wird schon) als einzige Äußerungen von sich geben. Ebenso kann die Schriftsprache betroffen sein.

In der logopädischen Therapie wird analysiert, welche Sprachleistungen gut erhalten sind und welche Schwierigkeiten bereiten. Gerade in den ersten Wochen und Monaten kann dann gezielte und häufige Behandlung dafür sorgen, dass sich das Sprachsystem wieder reorganisiert, die Betroffenen gute Strategien für die Wortfindung erlernen und die Umgebung lernt, mit der Kommunikationsstörung umzugehen. Aber auch nach Jahren können bei hochfrequentem Training gute Erfolge erreicht werden.

 

Neben der eigentlichen Behandlung der Sprachstörung ist es für Menschen mit Aphasie und ihren Familien sehr wichtig, dass sie ihren Alltag wieder oder weiterhin in den Griff bekommen, alte Freundschaften halten und neue Freundschaften knüpfen, da die Sprachstörung oft zu einem Rückzug aus dem sozialen Leben führt. Hierbei sind neben der Familie und Freunden Selbsthilfegruppen eine große Hilfe (z.B. die Selbsthilfegruppe der Aphasiker Leipzig unter http://www.aphasie-sachsen.de/leipzig.php)

 

Eine Dysarthrie ist - wie die Sprechapraxie auch - eine neurologisch bedingte Sprechstörung. Bei der Sprechapraxie ist die Planung der mündlichen Äußerung gestört, bei der Dysarthrie die Ausführung. In beiden Fällen ist der Betroffenen schwerer als sonst verständlich – oder im Extremfall gar nicht. Oft werden die Betroffenen wie Betrunkene behandelt, weil ihre Sprechweise verlangsamt ist, die Stimme nasal klingt und sie eben verwaschen und undeutlich sprechen.

Bei beiden Erkrankungen geht es in der logopädischen Therapie darum, die Verständlichkeit und die Natürlichkeit des Sprechens zu erhöhen und die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Dafür wird oft nicht nur an der Artikulation (deutliche Sprechweise), sondern auch an der Atmung, der Stimmgebung und der Betonung gearbeitet. Des Weiteren wird geprüft, ob und wie die Betroffenen andere Kommunikationsstrategien (z.B. Wünsche aufschreiben, verstärkter Gesteneinsatz) im Alltag einsetzen können.

Zu unseren Praxisöffnungszeiten stehen wir Ihnen natürlich persönlich für Fragen zur Verfügung: montags bis freitags 7.30 bis 17.00 Uhr.