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Logopädie- und Frühförder-BLOG: Musiktherapie nach Schwabe

 

Vom ICH zum DU zum WIR

Einblick in die Musiktherapie nach Schwabe

„Aber ich kann doch gar kein Instrument spielen?!“- Haben Sie auch an diesen Satz gedacht, als Sie den Begriff „Musiktherapie“ gelesen haben? Musiktherapeut*innen begegnet er nicht allzu selten in ihrem Berufsalltag. Doch es ist als Klient*in nicht notwendig, ein Instrument „spielen zu können“. 

Schwerpunkte sind vielmehr sozial- emotionale, kommunikative und interaktionelle Inhalte.

Menschen trommeln

Musiktherapie nach dem Konzept von Schwabe fokussiert den Menschen ganzheitlich, so wie er ist und mit allem, was er an Symptomatik sowie an Ressourcen mitbringt. In einem ersten Kennenlernen und dem Anamnesegespräch werden Ziele für die Musiktherapie festgelegt, im Verlauf reflektiert und ggf. angepasst.

Mögliche Ziele können sein:

  • Entwicklung von Wahrnehmungsfähigkeit für Körper, Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse
  • Stärkung des Selbstwertes und der Ausdrucksfähigkeiten (nichtsprachlich und ggf. auch sprachlich)
  • Entdeckung von Emotionen und deren Ausdruck
  • Entwicklung der eigenen Kreativität/ Genuss- und Erlebnisfähigkeit
  • Abbau von stereotypen Verhaltensweisen

Ressourcen im Bereich der Wahrnehmung, des Selbstausdrucks und der Kreativität sind der Schlüssel, um Grundstörungen positiv zu beeinflussen. Die Wahrnehmung und der Umgang damit eignet sich besonders, um den*die Klient*in zu motivieren und anzuregen, mit sich selbst und anderen in Beziehung zu kommen, Neues über sich zu erfahren und somit auch Energien aufbringen zu wollen(!) und in einen Entwicklungsprozess einzutreten.

Kind in der Musiktherapie

Voraussetzung dafür sind eine vertrauensvolle, transparente und empathische Beziehung zum/ zur Therapeut*in. Die Musik wird als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel in der Therapie genutzt, da sie therapeutische Potenzen zur Anregung emotionaler und kommunikativer Prozesse besitzt. Leicht spielbare Instrumente haben zudem einen enorm hohen Aufforderungscharakter. Musik regt Hirnareale an, die u.a. Emotionen, Sprachareale und Motorik stimulieren. Demnach spricht sie den Menschen in seiner Vielfältigkeit und Ganzheitlichkeit an und beschränkt sich nicht auf eine vorliegende Symptomatik.

 

Musiktherapeutische Handlungsformen sind:

  • Instrumentalimprovisation
  • Gruppensingen und Stimmimprovisation
  • Bewegungsimprovisation und Tanz 
  • Regulative Musiktherapie (Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit durch Musik hören)
  • Malen mit Musik

Musiktherapie nach Schwabe soll als handlungsorientierte und nichtsprachliche Therapieform verstanden werden. Musiktherapie in der Gruppe ist geeignet für die individuelle Entwicklung in der Begegnung mit anderen. Es geht um Selbstwerterleben, Kooperation aber auch um Akzeptanz des Andersseins.  Einzeltherapien eignen sich v.a. für Menschen, deren Selbstwahrnehmungsfähigkeit und Selbstwerterleben (noch) nicht stabil sind. Hier kann die musiktherapeutische Einzeltherapie eine Möglichkeit bieten, dem Menschen im geschützten Raum eine Möglichkeit zu bereiten, mit sich und dem Gegenüber in Kontakt zu kommen.

Folgende Fragestellungen können z.B. Thema in der Musiktherapie sein:

  • Wie geht es mir jetzt gerade? Und wie geht es dir?
  • Was kann ich richtig gut und was kannst du? Haben wir gemeinsame Interessen?
  • Worin unterscheiden wir uns?
  • Kann ich dich verstehen und du mich?
  • Wie machst du das?
  • Was macht mir Spaß? Und was eher nicht?
  • Wie können wir gut mit Konflikten umgehen lernen?

Nach einem stattgefundenen „musiktherapeutischen Spiel“ wird gemeinsam über die Erlebnisse gesprochen, wenn dies möglich ist. Diese Reflexion ist der Kern, um Erlebtes zu verstehen und Entwicklung zu ermöglichen.

 Viele Kinder machen gemeinsam Musik

Musiktherapie fördert zudem die Sprachentwicklung/ sprachlichen Fähigkeiten. Durch die Verbindung nichtsprachlicher und sprachlicher  Anteile, wie sie in der sprachlichen Kommunikation immer stattfinden, regt sie die sprachlichen Fähigkeiten und die Sprechmotivation an. Durch den unmittelbaren Handlungs- und Erlebnisaspekt tritt der/ die Klient*in automatisch in Selbstreflexion und lernt somit, dieses Erleben/ Empfinden in seinem Tempo und auf seine/ ihre Weise  versprachlichen/ ausdrücken zu wollen.

Musik verbindet - Körper, Seele, Geist, Sprache und Menschen.

 

 

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